Therapien und Leistungsspektrum

- Überblick zu allen Leistungen -

(Achtung: ausführlich :) )

Arztpraxis Dres. Rotering
Dr. med. Reinhild Rotering · Tel.: 02564 / 34340 und 34341 ·
Dr. med. Victoria Maria Rotering
Dr. med. Franz Rotering · Tel.: 02564 / 93630 und 93631


Grundsatz

- So viel, wie nötig. So wenig, wie möglich.- 

Sanft den Körper in seine Selbstheilung bringen.
Präventiv wirken, um Krankheiten vorzubeugen.

Naturheilkunde

Möglichst ganzheitlich und nachhaltig.                                                                                                                                                 Die ganzheitliche Medizin betrachtet den Menschen in seinem Umfeld mit Körper, Geist und Seele.

Allgemeine medizinische Versorgungsleistungen

  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Check-up Untersuchung
  • Zusatz/Zwischenvorsorgen im Rahmen der Selektivverträgen bei Kindern
  • Impfungen und Impfberatung
  • Ultraschall-Sonografie
  • Lungenfunktionstestungen
  • EKG
  • Allergietestungen
  • Disease Mangament Programms (DMP) Schulungen: Asthma, Diabetes Typ I und II, Bluthochdruck, Krebs, Rheuma
  • Hausbesuche
  • Amblyopie-Screening
  • Hörtest


  • Auch per VIDEO

Indviduelle Gesundheitsleistungen

  • Impfungen außerhalb der STIKO-Empfehlungen z.B. Meningokokken B, Reiseimpfungen
  • Reisemedizinische Beratung
  • Zusätzliche Laborleistungen wie z.B. Bestimmung des Vitamin D oder Vitamin B12 Status bei vegetarischer oder veganer Ernährung
  • Eigenbluttherapie
  • Stuhluntersuchungen, Untersuchungen Ihres Mikrobioms https://www.mikrooek.de 

Weitere Leistungen

  • Homöopathie
  • Akupunktur
  • Naturheilverfahren
  • Osteopathie
  • Sportmedizinische Leistungsdiagnostik und Beratungen
  • Ganzheitliche Beratung zu medizinischen- und Lebensfragen

Weitere Integrativmedizinische Leistungen und Therapieverfahren

Diese setzen wir ergänzend bzw. komplementär zur Evidenz basierten Medizin ein.

Wir bieten auch VIDEO Sprechstunden an.

Immer auf dem neuesten Forschungsstand

Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Ihnen eine exzellente und die qualitativ beste Patientenversorgung bieten.
Dazu bilden wir uns sowohl in der Evidenzbasierten Medizin und den Naturheilkundeverfahren unerlässlich fort.
So bieten wir Ihnen eine Therapie, die das Beste aus allen medizinischen Bereichen vereint.
Dabei ist sie so wenig invasiv wie möglich in und unterstützt den Körper bei seiner Selbstheilung.


Grundlage der Behandlung ist immer eine umfassende schulmedizinische Diagnostik.

Der Anspruch unserer  ganzheitlichen  Behandlung ist:

  • die Vitalität des Organismus zu steigern,
  • die Selbstheilungskräfte zu fördern  und
  • Krankheiten möglichst sicher und ohne schwere Nebenwirkungen zu heilen bzw. Beschwerden zu lindern.

Darum verwenden wir insbesondere bei Kindern und Jugendlichen möglichst Naturheilmittel in unserer Praxis, insbesondere und an erster Stelle homöopathische Arzneien, aber auch andere naturheilkundliche Medikationen wie pflanzliche Mittel (Phytotherapeutika), Eigenbluttherapien und die Bachblütentherapie. Sie haben sich als sichere und zuverlässige Heilmittel erwiesen. Ihr Ziel ist es die Lebenskraft genau dorthin zu dirigieren, wo sie gebraucht wird. Die Krankheit wird aus eigener Kraft überwunden und man geht gestärkt aus dieser hervor. Auf Dauer werden das Immunsystem sowie die gesamte Konstitution verbessert. Somit wird ein nachhaltiger Heilungserfolg erreicht.

Leitlinien gerechte Therapie

Evidenzbasierter Medizin

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EBM
Unter Evidenzbasierter Medizin, kurz EBM, versteht man eine medizinische Versorgung, welche die Erkrankung eines Patienten auf der Grundlage der besten zur Verfügung stehenden Wissensquellen bzw. Daten behandelt.
Die Evidenzbasierte Medizin wertet und klassifiziert klinische Studien nach ihrer Aussagefähigkeit. Dazu werden Studien nach den Empfehlungen der Agency for Healthcare Research and Quality in verschiedene Evidenzklassen von Ia bis IV eingeteilt. Höhere Evidenzklassen bieten eine bessere wissenschaftliche Begründbarkeit für eine Therapieempfehlung.
Die höchste Aussagefähigkeit haben zum Beispiel Studien der Evidenzklasse Ia, Meta-Analysen von randomisierten, kontrollierten Studien (Systematische Übersichtsarbeit). Aufgrund der Einteilungen in Evidenzklassen ergibt sich eine Bewertung nach Empfehlungsgraden für bestimmte Therapieoptionen. 

AWMF

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AWMF Leitlinien gerechte Therapie
Bei unserer Therapie agieren wir nach dem EBM Kriterien und wenden die aktuellen AWMF Leitlinen an. https://www.awmf.org/leitlinien/patienteninformation.html

Kindermedizinischen Gesellschaften: 

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Darüber hinaus sind wir Mitglied in den Kindermedizinischen Gesellschaften:
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
- Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ)

Dr. Victoria Maria Rotering ist außerdem noch Prüfärztin. Das bedeutet, dass sie klinische Studien designen und durchführen darf.

Selektiv-Verträge (Kinder)

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PaedPuls
Viele Krankenkassen bieten Ihnen extra Vorsorge Leistungen an. Diese werden bei Kindern von den Kassen als Paedplus bezeichnet und bestehen aus den Programmen PaedExpert und Paedchecks . Paeplus wird von den Barmer und den AOK Kassen angeboten.
Paed.Checks® ist ein erweitertes Vorsorgeprogramm. Dieses geht über das gesetzliche Angebot hinaus, ist auf die spezielle Alterssituation und individuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen abgestimmt.

Extra Vorsorge Leistungen sind zum Beispiel der "Babycheck", das Amlyopie Screening, die U10-J2, Screening Verfahren (Depression, Medienabhängigkeit) oder das Gesundheitscoaching. Alles kostenfrei.
Paed.Expert
ist ein telemedizinisches Expertenkonsil,d as die Wohnortnahe ambulante Versorgung von Kindern mit seltenen und chronischen Erkrankungen optimieren soll.

Transfit
Eine weitere Zusatzleistung ist das Transfit Programm. 

Das Projekt befasst sich mit der strukturierten Frühintervention ab dem 12. Lebensjahr für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und einem daraus abgeleiteten Ver-sorgungs- und Unterstützungsbedarf. Die Frühintervention fördert die Selbstmanagement-Kompetenz der Jugendlichen in Bezug auf die eigene Erkrankung. Dadurch sollen Komplikati-onen und Verschlimmerung aufgrund von Versorgungsunterbrechungen vermieden werden. 

 Es ist ein gemeinsames Projekt der Techniker Krankenkasse, der DRK Kliniken Berlin und der BVKJ-Service GmbH des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). 

BKK Starke Kids
In Ergänzung zu den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen bietet „BKK STARKE KIDS“ zusätzliche Leistungen für Kinder bis 17 Jahre an. Das Plus unseres Premium-Gesundheits- programms umfasst folgende Leistungen:

  • Ausführlicher Babycheck zwischen dem 1. und dem 5. Lebensmonat
  • 2 Augenuntersuchungen zwischen dem 5. und 14. sowie 20. und 50. Lebensmonat
  • spezielle frühe Sprachtests mit standardisiertenTestverfahren bei U7 und U7a
  • 2 BKK Grundschulchecks zum Erkennen von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen im Alter von 7 bis 8 Jahren bzw. 9 bis 10 Jahren
  • HPV-Impfberatung für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren
  • Depressionsscreener für Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren zur Erkennung
  • von Auffälligkeiten
  • BKK Jugendcheck zwischen 16 und 17 Jahren
  • Gesundheitscoaching bei Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten durch speziell ausgebildete Kinder- und Jugendärzte
  • PädExpert® – telemedizinisches Konsiliararztsystem bei schweren oder seltenen Erkrankungen
  • PädAssist® – Langzeitmonitoring bei ausgewählten Indikationen (ab 01.01.2019)
  • PädHome® – Videosprechstunde bei ausgewählten Indikationen (ab 01.01.2019)

Apps auf Rezept und DiGA

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Inzwischen gibt es auch mehr und mehr Angebote zur Gesundsheitsförderung, die Sie per App unterstützen.
Für Erwachsene finden Sie alle möglichen Apps unter https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/DVG/_node.html. Beispiele sind depressive Erkrankungen, Angsterkrankungen, Multiple Sklerose, Tinnitus, Migräne, Schlaganfall, schweren Schlafproblemen, erheblichen Übergewicht oder auch Arthrose des Hüftgelenks.
Für Kinder hilft die App Moma bei Migräne, Auswertung von Schlaftagebüchern oder auch Asthma Kontrolle.

Forschung zur Komplementärmedizin

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Hier werden Ihnen interessante Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien oder Umfragen vorgestellt. Wir beziehen uns in der Regel auf Originalveröffentlichungen und geben gleichzeitig auch diese Quelle an bzw. verlinken dorthin, sofern die Studien online einzusehen sind. 

Außerdem behalten wir uns vor, Studien zu bewerten und in den wissenschaftlichen bzw. gesellschaftlichen Kontext einzuordnen. Der besseren Übersichtlichkeit halber führen wir die Studien nacheinander in einzelnen Beiträgen auf, so können Sie die Quellen besser zuordnen und leichter wieder auffinden: 

In einer englischsprachigen Datenbank zur Komplementärmedizinfinden Interessierte Ergebnisse aus der aktuellen Forschung. 

https://www.gesundheit-aktiv.de/aktuelles/forschung


Pflanzentherapie und Antibiotikaeinsatz

Die Auswirkung pflanzlicher Arzneimittel als Erstlinientherapie auf den Antibiotikaeinsatz und die Zahl der Krankentage bei Infekten der oberen Atemwege hat eine retrospektive Analyse zu Verordnungen durch Haus- und Kinderärzte untersucht. Eingeschlossen wurden jeweils 117.000 Patienten mit und ohne Phytopharmaka. 

Über alle neun untersuchten pflanzlichen Wirkstoffgruppen hinweg war die Wahrscheinlichkeit der Verordnung eines Antibiotikums bei Hausärzten um 12 % und bei Pädiatern um 23 % geringer - verglichen mit Patienten, die kein Phytopharmakon erhielten. Am stärksten war dieser Effekt bei dem Pelargonium-sidoides-Wurzelextrakt (Umckaloabo®). Damit behandelte Patienten bekamen bei Hausärzten 51 % und bei Pädiatern 43 % seltener ein Antibiotikum verordnet als die Kontrollprobanden. Auch hinsichtlich Krankschreibungen über sieben oder mehr Tage war das Risiko bei Patienten mit Phytopharmaka-Therapie um 8 % geringer.

https://www.springermedizin.de/phytotherapie-statt-antibiotika/19034538?fulltextView=true

Ergänzend setzen wir folgende Verfahren ein:

Naturheilverfahren

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Naturheilverfahren unterscheiden sich nicht nur in der Art, sondern auch im Wirkmechanismus stark von schulmedizinischen Therapien.

Die Naturheilkunde sieht Krankheit – welche es auch immer sein mag – als ein verlorenes Gleichgewicht an, das durch die eingesetzten Naturheilverfahren wieder hergestellt werden muss.

Die Schulmedizin hingegen schaut sich die einzelnen Symptome an, gibt ihnen einen Namen (Diagnose) und unternimmt nun alles, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen. Da es sich hier meist um ausschliesslich unterdrückende Massnahmen handelt, die zudem noch häufig mit Nebenwirkungen einhergehen, wartet man auf wirkliche Heilung oft vergeblich.

Naturheilverfahren heilen durch Stimulierung der Selbstheilkräfte

Während die herkömmliche Medizin also Symptome bekämpft, konzentrieren sich die Naturheilverfahren darauf, das körpereigene Immunsystem so zu stärken, dass der Organismus dank seiner eigenen Selbstheilkräfte sein verlorengegangenes Gleichgewicht wieder finden kann und auf diese Weise tatsächliche Heilung erfahren kann.

Nichtsdestotrotz können die Naturheilverfahren problemlos zur Ergänzung der klassischen Medizin herangezogen werden. Sie verstärken die Wirkung der Schulmedizin und mildern ihre möglichen Nebenwirkungen.

Naturheilverfahren gezielt auswählen

Man wählt die für sich passenden Naturheilverfahren abhängig von den Beschwerden ganz gezielt aus. So ist beispielsweise die Osteopathie hervorragend dazu geeignet, Beschwerden am Bewegungsapparat, aber auch der inneren Organe (z. B. Verdauungssystem) zu beheben.

Die Dorntherapie ist auf Beschwerden spezialisiert, die aus einer Verschiebung der Wirbel resultieren können und die Lymphdrainage – die auch in der Schulmedizin zur Anwendung kommt – hilft dabei, überschüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen.

Viele andere Naturheilverfahren können völlig unspezifisch, also bei jeder Krankheit zum Einsatz kommen, wie z. B. die Homoöpathie und die Phytotherapie.

Naturheilverfahren wirken oft auch auf der seelischen Ebene

Meist kombiniert man überdies mehrere Naturheilverfahren miteinander, um dem Organismus die nötige Stimulierung der Selbstheilkräfte auf verschiedenen Ebenen angedeihen zu lassen.

Naturheilverfahren wirken daher oft nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der seelischen Ebene. Denn Krankheit – ganz gleich, um welche es sich handelt – hat immer auch einen seelischen Bezug.

Wir haben eine Auswahl der beliebtesten Naturheilverfahren für Sie zusammengestellt:


Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/naturheilkunde 

Homöopathie

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Vorwort 

Die Homöopathie wurde vor mehr als 200 Jahren von dem deutschen Arzt Dr. Samuel Hahnemann als medizinisches Behandlungskonzept formuliert. Sie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip – „Ähnliches werde durch Ähnliches behandelt“ – das seit dem Altertum von Ärzten1 und Philosophen anerkannt ist. Hahnemann erkannte die Universalität dieses Prinzips und machte sie zur Grundlage eines umfassenden Systems der Medizin mit einer eigenständigen Vorstellung von Gesundheit und Krankheit. Die sich aus der europäischen Medizin herausgebildete Homöopathie wird heutzutage in mehr als 70 Ländern weltweit praktiziert.... 

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bietet Ihnen hier eine Übersicht des WissHom-Forschungsreaders zur Homöopathie, leserfreundlich in einzelnen Beiträgen aufbereitet und mit zahlreichen Links im Quellenverzeichnis. Die Ergebnisse aus

§  Versorgungsforschung

§  Grundlagenforschung

§  randomisierten placebokontrollierten klinischen Studien (RCTs)

§  Meta-Analysen in der klinischen Forschung zur Homöopathie

sprechen für den therapeutischen Nutzen der Homöopathie.

Eine Aktualisierung der klinischen Forschung in Human- und Veterinärhomöopathie liegt seit 2020 vor. Die Publikation „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die ­Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick“ (Download Kurzfassung)zeigt, dass Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen und im Speziellen bei homöopathischen Behandlungen von Infektionen vorhanden ist. Es sind vor allem für die individualisierte Homöopathie Effekte auf allen Qualitätsstufen nach Cochrane-Kriterien erkennbar, auch in den methodisch hochwertigen Studien (Download Fulltext).

Quelle: https://www.dzvhae.de/aerzte-und-fachpublikum/das-leitbild-aerztlicher-homoeopathie/

Links zur Forschung:
https://www.dzvhae.de

https://www.securvita.de/fileadmin/inhalt/dokumente/auszuege_SECURVITAL/202004/securvital_0420_6-11.pdf

 https://www.dorcsi-ulrich.de/literatur/

Forschungsstand

o   2016 : https://www.dzvhae.de/wp-content/uploads/2017/08/Der-aktuelle-Stand-der-Forschung-zur-Homöopathie-2016-WissHom.pdf

o   Review 2020: https://www.dzvhae.de/wp-content/uploads/2020/10/SAT_10_2020_Fulltext_Weiermayer.pdf

o   Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom: www.wisshom.de) hat Mitte 2016 einen 60-seitigen Forschungsreader vorgelegt. Im Fazit kommen die Wissenschaftler und Ärzte zu einer klaren Aussage: „Eine zusammenfassende Betrachtung klinischer Forschungsdaten belegt hinreichend einen therapeutischen Nutzen der homöopathischen Behandlung. Die Ergebnisse zahlreicher placebo-kontrollierter Studien sowie Experimente aus der Grundlagenforschung sprechen darüber hinaus für eine spezifische Wirkung potenzierter Arzneimittel.“

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bietet Ihnen hier eine Übersicht des WissHom-Forschungsreaders zur Homöopathie, leserfreundlich in einzelnen Beiträgen aufbereitet und mit zahlreichen Links im Quellenverzeichnis. Die Ergebnisse aus

§  Versorgungsforschung

§  Grundlagenforschung

§  randomisierten placebokontrollierten klinischen Studien (RCTs)

§  Meta-Analysen in der klinischen Forschung zur Homöopathie

sprechen für den therapeutischen Nutzen der Homöopathie.

Eine Aktualisierung der klinischen Forschung in Human- und Veterinärhomöopathie liegt seit 2020 vor. Die Publikation „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die ­Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick“ (Download Kurzfassung)zeigt, dass Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen und im Speziellen bei homöopathischen Behandlungen von Infektionen vorhanden ist. Es sind vor allem für die individualisierte Homöopathie Effekte auf allen Qualitätsstufen nach Cochrane-Kriterien erkennbar, auch in den methodisch hochwertigen Studien (Download Fulltext).

Osteopathie

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Bei der osteopathischen Behandlung, oder einfach Osteopathie, handelt es sich um ein komplementärmedizinisches Verfahren, das von Andrew Taylor Still 1885 in Amerika geprägt und von den Gründungsvätern als eigenständige Medizin verstanden und praktiziert wurde. Die Osteopathie reklamiert für sich eine rein manuelle Diagnostik und Therapie sowie eine "holistische" Medizin. Aus ihr sind die Manuelle Medizin bzw. Chirotherapie entstanden. 

Ein Problem besteht darin, dass die Begriffe "Manuelle Medizin", "Manualtherapie", "Chiropraktik" und "Osteopathie" oft synonym gebraucht werden.

 Hintergrund

In der Osteopathie haben sich seit ihrem Bestehen verschiedene Richtungen und Konzepte entwickelt. Gemeinsam ist das Konzept des "Holismus", also "das Ganze betreffend", "die Gesamtheit der Person betrachtend" (Reuter 2005). Dies kann zum Einen auf den Körper angewendet werden, in dem nicht ein Körperteil losgelöst von den Übrigen gesehen werden kann, zum Anderen beinhaltet es weitergeführt ebenfalls die Umgebung der Person, also das physisch und psychisch Erlebte, persönliche Gewohnheiten und das soziale Umfeld.

Die Osteopathie Andrew Tyler Still's baut auf vier "Prinzipien" auf:

  • Die Rolle der Arterie ist essentiell.
  • Der Körper ist eine Einheit, und das Individuum eine Kombination aus Körper, Geist und Seele.
  • Der Körper ist zur Selbst-Regulation, zur Selbstheilung und zur Erhaltung von Gesundheit befähigt.
  • Struktur und Funktion stehen in enger wechselseitiger Beziehung.

Daraus leitet sich auch die gebräuchliche modellhafte Vorstellung des ungestörten Austauschs von Körperflüssigkeiten (Stoffwechsel) als eine unabdingbare Voraussetzung für die Gesundheit ab. "Blockierungen" (Dysfunktionen) können demzufolge den Stoffwechsel behindern und damit die Selbstheilungskräfte schwächen. Die Diagnose von Blockierungen determiniert die Therapie mit den Zielen: 

  • Mobilität schaffen
  • Blockierungen lösen
  • Zirkulation ermöglichen

In der osteopathischen Philosophie steht die Beweglichkeit von Strukturen und Geweben an erster Stelle. Eine Bewegungseinschränkung einer Struktur, sei es Muskel, Knochen oder Organ soll zu einer Veränderung der Funktion führen. Dabei gibt es jedoch keine "festgelegte ideale Beweglichkeit" sondern vielmehr hat jedes Gewebe, jedes Körperteil, jeder Mensch sein eigenes persönliches Ideal an Beweglichkeit, angepasst an die Struktur, also den Körper mit dessen Geschichte, Alter und Besonderheiten. Die Grundlage der osteopathischen Behandlung soll das Verständnis über die anatomischen und funktionellen Zusammenhänge des Körpers und dessen physiologische und biochemische Prozesse sein.

Einteilung

In einigen Konzepten/Schulen/Auslegungen wird die Osteopathie in drei Teilbereiche aufgegliedert: 

Die befunderhebenden und therapeutischen Techniken im Rahmen der Osteopathie entsprechen der Erhebung und Analyse von Befund- und Symptomkonstellationen auf Ebene der Körperfunktionen und -strukturen, wobei die Palpation im Vordergrund steht. Dabei entsteht keine  Krankheitsdiagnose, sondern ein osteopathischer Befund, der eventuell von einer oder mehreren (differential)diagnostischen Hypothesen begleitet sein kann. Diese müssen im Zweifelsfall über bildgebende und labortechnische Verfahren der Schulmedizin ergänzt und abgeklärt werden.

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Osteopathie_%28Komplementärmedizin%29
Links: o   Berufsbild Osteopathie https://www.bundestag.de/resource/blob/680254/5042695d943c305b288587e184f0703c/Berufsbild-des-Osteopathen-data.pdf

o   VOD Verband Forschung https://www.osteopathie.de/forschung

o   BDOÄ Forschung  https://www.bdoae.de/service/pressearbeit/

o   Review Effekte:  https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23776117/

o   DGSJP Stellungnahme https://www.dgspj.de/wp-content/uploads/service-stellungnahme-osteopathie-2015.pdf

Bachblüten und Eigenblut

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Bachblütentherapie
Der englische homöopathische Arzt der Edward Bach (1886-1936) fand im Eigenversuch 38  Blüten, die negative Gemütslagen, die Krankheiten auslösen können, positiv beeinflussen. In unsere Praxis wird die Bachblütentherapie bei kleinen „Seelenkrisen“ der Kinder wie z.B. Prüfungsangst, Schreckerlebnisverarbeitung und Schulangst eingesetzt.


Eigenbluttherapie
Die Eigenbluttherapie ist eine weitere ergänzende Behandlung zur Stimulation des Immunsystems. In unserer Praxis wird die Methode des potenzierten Eigenblutes nach  Imhäuser wie sie sich vor allem in der Kinderheilkunde bewährt hat, praktiziert. Bei diesem Verfahren wird das Blut des kleinen Patienten (ein Tropfen genügt) nach homöopathischen Regeln potenziert d.h. verdünnt und wird dann oral eingenommen. Dieses Verfahren bewährt sich komplementär zur schulmedizinischen und homöopathischen Therapie. Eigenständig kann es Allergien, insbesondere Neurodermitis, positiv beeinflussten. (Juckreiz lässt nach)

Anthroposophische Medizin

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Die Anthroposophische Medizin entwickelt seit ihrer Begründung 1920 ein interdisziplinäres, alle medizinischen Berufsgruppen umfassendes Therapiesystem, das im Rahmen einer integrativen Medizin mit 

  • naturbasierten, innerlich und äußerlich angewendeten Arzneimitteln,
  • innovativen Techniken der Krankenpflege,
  • Körpertherapien wie rhythmischer Massage,
  • Eurythmietherapie und
  • künstlerischen Therapien (Plastizieren, Malen, Musiktherapie, Sprachtherapie)

psychotherapeutisch und biographiebezogen1 arbeitet.

Integrativ bedeutet, dass Anthroposophische Medizin auf der modernen, naturwissenschaftlich basierten „Schulmedizin“ aufbaut. Explizit fordern ihre Begründer, Dr. phil. R. Steiner (1861 – 1925) und Dr. med. I. Wegman (1876 – 1943), dass diese Medizin nur derjenige Arzt „verwenden soll, der im Sinne [der anerkannten wissenschaftlichen Methoden der Gegenwart] vollgültig Arzt sein kann“2. Entsprechend verfügen Anthroposophische Ärzte über die gleiche Ausbildung wie ihre schulmedizinisch tätigen Kollegen. Das gilt auch für z.B. anthroposophische Pflegefachkräfte oder Pharmazeuten. Die integrative, professionelle Ausübung dieses Therapiesystems ist hier von Anfang an konzeptuell verankert, und „in den rund 90 Jahren ihrer Existenz in Theorie und Praxis ein hohes Maß an Integration zwischen konventionellen und anthroposophischen Elementen verwirklicht“3 worden.

Anthroposophische Medizin ergänzt die auf dem „Physikum“ – der Naturwissenschaft – basierende Schulmedizin durch einen ganzheitlichen, anthropologisch begründeten Ansatz. Ihr Anliegen ist es, „den Menschen als leibliches, seelisches und geistiges Wesen zu begreifen und dementsprechend Diagnostik und Therapie an einem umfassenden Menschenverständnis zu orientieren“4. Sie unterscheidet den räumlich-physischen Körper von der

  • Lebensorganisation des Menschen, der zeitlich geordneten Gestalt permanenter (Selbst)veränderung des Leibes (Wachstum, Anpassung, Differenzierung),
  • der Empfindungsorganisation (Empfindungen, Affekte, Wachbewusstsein, Antrieb, Motorik) und
  • der geistigen Individualität des Menschen (reflexives Bewusstsein, Sprache, Frage- und Urteilsfähigkeit, Werte, Sinngebung, Impulskontrolle und bewusstes Handeln).

Diese geistigen, seelischen und vitalen Aspekte des Menschen versucht die Anthroposophische Medizin methodisch angemessen zu erfassen und in das medizinische Verständnis von Gesundheit und Krankheit, Diagnostik und Therapie zu integrieren. Damit geht notwendig eine, in der Methode selbst begründete Individualisierung einher. Denn bei jedem Patienten stellen sich die genannten Aspekte unterschiedlich dar und spielen in anderer Weise zusammen, auch wenn die medizinische Diagnose, z.B. Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), gleich lautet. Berücksichtigt man diese Unterschiede in Diagnose und Therapie, so ergeben sich daraus unterschiedliche, manchmal sogar polare Therapiekonzepte – vor allem dann, wenn man nicht nur den Blutdruck „einstellen“, sondern den Patienten selbst zu mehr Eigenregulation befähigen will5.

Weitere gute Merkblätter von anthroposophischen Sichtweisen von Themen (Fieber, Impfung, Pille etc) finden Sie hier: https://www.gaed.de/merkblaetter.html


Quelle: https://www.gaed.de/am.html
Literatur:

1 Kienle G. S. et al.: Anthroposophic Medicine: An Integrative Medical System Originating in Europe, in: Global Advances In Health And Medicine Vol. 2/6 2013, S. 20–31. http://www.gahmj.com/toc/gahmj/2/6

2 Steiner R. & Wegman I.: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, Rudolf Steiner Verlag 2014, 8. Aufl., 7.

3 Heusser P.: Anthroposophische Medizin und Wissenschaft. Beiträge zu einer medizinischen Anthropologie, Schattauer 2010, 1. Aufl., 3.

4 Girke M.: Innere Medizin. Grundlagen und therapeutische Konzepte der Anhtroposophischen Medizin, Salumed Verlag 2012, 2. erw. Aufl., 1.

5 Breitkreuz T. & Bopp A.: Bluthochdruck senken. Das 3-Typen-Konzept, Gräfe und Unzer Verlag 2013, überarb. Neuaufl.

6 Glöckler M.: Anthroposophische Arzneitherapie für Ärzte und Apotheker, Deutscher Apotheker Verlag 2014, 5. Aufl.

Akupunktur

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Die TCM (Traditionell Chinesische Medizin) besteht aus 5 großen Behandlungssäulen:

Die Akupunktur entwickelte sich auf der Grundlage der Erfahrung, dass die Einwirkung spitzer Gegenstände auf den Körper Beschwerden lindern kann. Die Systematisierung dieser Beobachtung erfolgte während der Zeit der Streitenden Reiche (475 - 221v. Chr.), zur Zeit der Qin (221 - 206 v. Chr.) und Han (206 v. - 220 n. Chr.) unter dem Einfluss der sich verbreitenden Naturphilosophie mit den Grundtheorien der Yin- Yang- und der 5 Wandlungsphasen-Lehre.

Anfangs wurden die Erkenntnisse und Beobachtungen nur vom Meister an den Schüler weitergegeben. Später begannen Gelehrte diese Erfahrungen aufzuschreiben. Die erste große Auszeichnung ist das Huang Di Nei Jing - Leitfaden des Gelben Ahnenherrschers um 200 v.Chr. Im Verlauf der Jahrhunderte veränderten und erweiterten sich die Erkenntnisse. Sie waren, ebenso wie unsere westliche Volksmedizin, beeinflusst durch die Weltanschauungen ihrer Zeit.

Die TCM wendet sich den Fragen von Krankheit und Heilen auf ganz andere Weise zu als unsere westliche Schulmedizin. 

Die TCM ist in erster Linie eine Erfahrungsheilkunde, im Gegensatz zur westlichen Medizin, wo jede Therapie wissenschaftlich und experimentell erforscht und untersucht wird. Viele Heilkundige haben im Lauf von mehreren tausend Jahren erfahren, was dem Kranken hilft und diese Erfahrungen mit großem Erfolg angewendet. In der TCM untersucht der Arzt nicht eine einzelne Krankheit oder Ursache, sondern er fügt alle Beschwerden und Eigenschaften des Patienten zusammen, bis sich das "Muster der Disharmonie" herauskristallisiert. Die Disharmonie wirkt sich auf alle Organe aus und äußert sich dann in unterschiedlichen Beschwerden. Im Laufe der letzten Jahre ist es jedoch gelungen in zahlreichen Studien einzelne Wirkaspekte der Akupunktur gut zu belegen. Auch das Wissenschaftszentrumder DÄGfA unterstützt Studien im Bereich der TCM, beurteilt neue Ergebnisse und hält regen Kontakt und Austausch zu zahlreichen Universitäten im In- und Ausland.


Quelle und weitere Informationen: https://www.daegfa.de/Themen/Patienteninfo

Weitere Informationen: https://www.akupunktur.de/patienten.html

Ayurvedische Medizin

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Aus dem Ärzteblatt
Die Traditionelle Indische Medizin (TIM), der Ayurveda, ist in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend bekanntgeworden. Das Wort Ayurveda leitet sich aus der altindischen Sanskrit-Sprache ab und bedeutet wörtlich „Das Wissen vom Leben“. Durch seine anfängliche Verbreitung im Bereich Wellness und Touristik vor allem seit den 1990er Jahren entstand irrtümlicherweise der Eindruck, es würde sich bei Ayurveda vor allem um (kostspielige) manuelle Anwendungen, Stirngüsse und Ölmassagen handeln. Hingegen ist der Ayurveda ein komplettes Diagnose- und Therapiesystem und verfügt über eine bemerkenswerte Fülle empirischen Heilwissens. Ayurveda ist in Südasien seit über 2 000 Jahren Volksmedizin und damit eines der ältesten naturheilkundlichen Systeme der Menschheit.

„Das Wissen vom Leben“
In Indien und angrenzenden südasiatischen Staaten ist Ayurveda staatlich anerkannt, der konventionellen Medizin rechtlich gleichgestellt und wird in einem Ballungsraum mit mehr als 1,4 Milliarden Menschen als Breitenmedizin angewendet. Analog zur Traditionellen Chinesischen Medizin ist Ayurveda von der Welt­gesund­heits­organi­sation als medizinische Wissenschaft anerkannt. Die Bedeutung des Ayurveda in der modernen indischen Gesundheitsversorgung spiegeln die folgenden Zahlen wider: Allein in Indien sind mehr als 400 000 ayurvedische Ärzte registriert, an mehr als 250 von der indischen Regierung anerkannten Universitäten und Fachhochschulen wird die ayurvedische Medizin systematisch gelehrt, praktiziert und vom Staat gefördert.
In Deutschland und europaweit erlebt die Ayurveda-Medizin zurzeit im Kontext von Naturheilkunde und Komplementärmedizin einen bemerkenswerten Boom, häufig auch in Verbindung mit anderen TIM-Systemen, wie Yoga und Meditationsverfahren. Die Nachfrage nach Ayurveda steigt kontinuierlich, insbesondere bei Patienten mit chronischen und lebensstil- oder stressassoziierten Erkrankungen, die generell häufig Naturheilverfahren in Anspruch nehmen, sowie in der Präventivmedizin – nicht zuletzt auch deshalb, weil TIM-Systeme in ihren therapeutischen Konzepten von präventiven Grundprinzipien durchwirkt sind. Ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht abzusehen.
Inhaltlich ist dieser Prozess durchaus mit der ersten großen Welle der Traditionellen Chinesischen Medizin in den 1980er Jahren zu vergleichen, in Form und Dynamik jedoch nur bedingt: In der multimedialen Postmoderne findet die kulturelle Translation von Ayurveda in europäische Kontexte scheinbar deutlich zügiger statt. Im ärztlichen Alltag spiegelt sich dies wider in einer kaum noch zu überblickenden Anzahl medizinischer Ayurveda-Angebote, ayurvedischer Konstitutionstypenbestimmungen nach Vata, Pitta und Kapha, Ayurveda-Kuren sowie einer ansteigenden Medienflut und einer steigenden Patientennachfrage.
Im Zusammenhang mit dem Medizintourismus ist Ayurveda inzwischen von erheblicher Bedeutung. Nicht wenige Ärzte werden damit konfrontiert, dass etwa Patienten von einer Indienreise mit umfangreichen ayurvedischen Therapien berichten. Dies ist insofern problematisch, als Rezeption, Nutzung und Verbreitung von Ayurveda/TIM in Deutschland und Europa bisher fast gänzlich unreguliert stattgefunden haben und nur peripher von Entscheidungsträgern in der medizinischen Versorgung wahrgenommen worden sind.
Wenn in kollegialen Gesprächen Ayurveda zur Sprache kommt, bewegt man sich in einem Spannungsfeld aus Esoterik, Wellness, IGeL-Leistung auf der einen und Prävention, Medizingeschichte, Wissenschaft auf der anderen Seite. Dabei sind meist übertriebene Skepsis oder euphorische Erwartungshaltungen die Regel, selten jedoch medizinischer Realismus. Dass sich hinter Ayurveda auch ein Jahrtausende altes System der Gesundheitspflege und Behandlung von Krankheiten mit Schwerpunkt auf Lebensstilmodifikation verbirgt, entdecken konventionelle Medizin und klinische Wissenschaft nun in den letzten Jahren.
Dringend notwendige Evidenz
Fragen zur Verortung, Definition, Indikation, Qualitätssicherung und guter ayurvedischer Praxis aus ärztlicher Sicht sind für Patienten von zentraler Bedeutung. Eine Forschungsplattform der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde der Charité − Universitätsmedizin Berlin und des Zentrums für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus Berlin will deshalb Antworten hierauf aus europäischer Perspektive formulieren und zur Verbindung von Wissenschaft, ärztlicher Praxis, gesundheitspolitischem Diskurs und ökonomischen Aspekten konstruktiv beitragen. Hierzu findet zusätzlich zur deutschlandweiten Forschungsvernetzung auch ein direkter Austausch mit renommierten indischen Ayurveda-Universitäten, dem speziell für Ayurveda zuständigen Department am indischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium sowie innovativen Projekten, wie der unlängst initiierten wissenschaftlichen Online-Ayurveda-Datenbank DHARA, statt.
Schwerpunktthemen bilden ebenfalls die Therapiesicherheit für Patienten, insbesondere bei der komplexen ayurvedischen Phytotherapie, und die Professionalisierung der ärztlichen Ayurveda-Ausbildung hierzulande. Dies soll auch einen Grundstein für die seriöse Entwicklung und ein besseres Verständnis ärztlich geführter Ayurveda-Medizin in Deutschland bilden. Beachtenswert sind hierbei die Aktivitäten der Deutschen Ärztegesellschaft für Ayurveda-Medizin (DÄGAM).
Die Überprüfung von Ayurveda mittels EbM-Tools steckt trotz zahlreicher experimenteller und zumeist kleinerer, präliminärer klinischer Studien noch in der Pionierphase. Erste publizierte Daten sind jedoch vielversprechend, und zahlreiche wissenschaftliche Arbeitsgruppen sind derzeit weltweit aktiv, um durch vergleichende randomisierte Therapiestudien bei verbreiteten chronischen Erkrankungen für die dringend notwendige Evidenz zu sorgen. Problematisch sind hierbei aber die teilweise noch völlig ungeklärten rechtlichen Einstufungen zahlreicher wichtiger ayurvedischer Nahrungsmittel und Heilkräuter durch die europäischen und nationalen Behörden (EMA, BfArM).
Zudem gibt es weltweit kaum Studien, in denen die komplexen und polydimensionalen diagnostischen und therapeutischen Herangehensweisen der Ayurveda-Medizin analysiert wurden. Für ein wissensbasiertes Ayurveda des 21. Jahrhunderts gilt es, diese wissenschaftliche Überprüfung nicht reduktionistisch anzugehen, sondern die therapeutische Komplexität in der wissenschaftlichen Überprüfung zu bewahren; auch ein traditionelles Medizinsystem wie Ayurveda, das sein Wissen während der vergangenen 2 000 Jahre vor allem aus Erfahrungswerten generiert und legitimiert hat, sollte und muss sich wissenschaftsbasiert weiterentwickeln.
Individuumbezogene Therapie
Ayurveda ist in seinen Herangehensweisen durchdrungen von salutogenetischen Grundprinzipien und damit trotz seiner uralten Tradition erstaunlich modern: Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention, sowie Patienten-Empowerment und -Selbstwirksamkeit spielen entscheidende Rollen. Ayurveda verfügt darüber hinaus über stark individuumbezogene Therapieansätze, die im Sinne integrativer Herangehensweisen möglicherweise auch sinnvoll in westliche Gesundheitssysteme eingebaut werden könnten. Vor allem aber erscheint es wichtig, Ärzten hierzulande zu vermitteln, dass wirksame Ayurveda-Medizin nur sehr wenig mit der Wellness-Behandlung zu tun hat, die einem beim nächsten Hotelaufenthalt angeboten wird.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/145838/Ayurveda-Traditionelle-Indische-Medizin-Mehr-als-ein-Wellnesstrend


Die Entstehung von Krankheiten

Aus ayurvedischer Sicht liegt der Ursprung einer Erkrankung in einem Ungleichgewicht der Doshas. Dabei handelt es sich um drei grundlegende Lebenskräfte, die sowohl körperliche wie auch psychische Komponenten beinhalten:

  • Vata – Prinzip der Bewegung
  • Pitta – Prinzip der Transformation und des Stoffwechsels
  • Kapha – Prinzip der Stabilität und Substanz

Eine Überbelastung des Körpers und/oder der Psyche kann die Funktion der Doshas stören. Langfristig kann sich daraus eine Krankheit entwickeln. Die ayurvedische Medizin (Kaya Chikitsa) zielt darauf ab, die ursprüngliche Balance der drei Doshas, d.h. die individuelle Konstitution, wiederherzustellen.

Die ayurvedische Diagnose

Unsere assoziierten Ayurveda-Mediziner stützen sich zunächst auf eine detaillierte Anamnese, um die ursächlichen Krankheitsfaktoren, ihre Entwicklung und die aktuellen Symptome zu verstehen. Bei der Diagnose kommen dann acht verschiedene Verfahren zum Einsatz:

  • ayurvedische Pulsdiagnose und Zungendiagnose
  • Untersuchung von Urin und Stuhlgang
  • Betrachtung der Augen und der Haut
  • Beurteilung der Stimme und der äußeren Erscheinung

Eine umfassende ayurvedische Anamnese ist Bestandteil jeder medizinischen Kur und bildet die Basis für die Erstellung Ihres individuellen Therapieplans.

Individuelle Behandlungen

Ayurveda therapiert stets den gesamten Menschen. Die Behandlungsstrategie berücksichtigt das persönliche Krankheitsbild, den psychischen und physischen Zustand sowie die Konstitution. Aus diesem Grund gibt es in unseren medizinischen Kuren keinen festen Therapieplan "von der Stange". Der verantwortliche Arzt oder Heilpraktiker stimmt die Behandlungen individuell auf den Patienten ab. Nach einer sorgfältigen Anamnese trifft er eine medizinisch sinnvolle Auswahl aus dem breiten Spektrum an Anwendungen.


  • Hier finden Sie ein Lexikon: https://www.rosenberg-ayurveda.de/wissen/lexikon.html
  • Ayurveda als Ernährungstherapie: https://www.rosenberg-ayurveda.de/wissen/ayurvedische-ernaehrung.html
  • Ayurveda für Zuhause: https://www.rosenberg-ayurveda.de/wissen/ayurveda-zuhause.html
  • Der Dosha Test: https://www.rosenberg-ayurveda.de/wissen/ayurveda-test-vata-pitta-kapha.html

Anleitungen für Wickel

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https://www.walaarzneimittel.de/de/ratgeber-gesundheit/aeussere-anwendungen/wickel-und-auflagen.html

Unter diesem Link finden Sie Wickelanleitungen:
Von Wadenwickel zu Bauchwickeln, Brustwickeln, Eukalyptuswickeln bei Blasenentzündung oder auch Zwiebelauflagen bei Ohrenschmerzen

Ergotherapie

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Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten (DVE) definiert die Ergotherapie folgendermaßen:

„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jedes Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“

Die Behandlung von Kindern (Pädiatrie) ist ein wesentliches Teilgebiet der Ergotherapie (prozentuale Menge aller Verschreibungen ergotherapeutischer Behandlungen) und entlehnt damit grundlegendes Wissen aus der Entwicklungspsychologie (vgl. Affolter, Ayres, Frostig usw.). Entsprechend überschneidet sich die Ergotherapie in mehreren Bereichen und in zunehmendem Maße mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Kinderpsychologie bzw. der kinderpsychologischen Behandlung.

Ergotherapie kann daher (im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit) bei allen Kindern und Jugendlichen indiziert sein, deren Entwicklung zu selbstständigen, handlungsfähigen Erwachsenen eingeschränkt bzw. behindert ist, z. B. durch:

Der tatsächliche Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen ist die Grundlage aller Maßnahmen. Zur Vermeidung von Behandlungsfehlernempfiehlt sich daher in jedem Falle dringend eine vorhergehende umfassende entwicklungs-/neuro-/psychologische Abklärung des Kindes unter Einbeziehung des psychosozialen Kontextes. Die anzuwendenden Behandlungsverfahren beruhen auf neurologisch-anatomischen, anatomisch-funktionellen, psychosozialen, entwicklungspsychologisch und lerntheoretisch orientierten Grundsätzen und Kenntnissen. In der Anwendung der neurophysiologischen, neuropsychologischen, psychosozialen und motorisch-funktionellen Verfahren stehen immer die basalen sensomotorischen Funktionen im Zentrum. Diese bilden die Grundlage für die weitere, darauf aufbauende kognitive Entwicklung (vgl. Entwicklungspsychologie).

Behandelt wird, je nach Störungsbild, Entwicklungsstand und sozialem Umfeld, nach Behandlungskonzepten bzw. -ansätzen wie dem Bobath-Konzept, der Sensorischen Integrationstherapie von Anna Jean Ayres, der Schluck- und Mundmotorik von Castillo-Morales und Ansätzen von Félicie Affolter, Marianne Frostig oder Maria Montessori.

Behandlungsziele sind unter anderem:

  • Verbesserung der Bewegungsabläufe, der Tonusregulation und der Koordination
  • Verbesserung der Sinneswahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Verbesserung der Konzentration und Ausdauer und kognitiver Leistungen
  • Stärkung der Motivation und Neugierde
  • Integration in Familie und Umwelt inkl. der intensiven Auseinandersetzung mit der Umwelt und der Kompensation bleibender Defizite
  • größtmögliche Selbständigkeit im Alltag, in der Schule und im weiteren Umfeld


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ergotherapie#Pädiatrie


Dr. Dernick ist kinderärztlicher Kollege und hat ein umfangreiches Konzept zur Unterstützung und Vorbeugung von ergotherapeutischen Bedarf erstellt.
Das Konzept und die Inhalte seiner Webseite sind uneingeschränkt zu empfehlen.

https://www.familienergo.de/fuer-eltern
Braucht Kind Ergo: https://www.familienergo.de/fuer-eltern-test-zur-schulvorbereitung

https://www.familienergo.de/fuer-eltern/braucht-mein-kind-ergotherapie

Logopädie

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Logopädie - was ist das?

Einfach gesagt bedeutet Logopädie Sprecherziehung oder Sprachtherapie.

  • Logopädie befasst sich nicht nur mit der Diagnostik, also dem Erkennen von Erkrankungen, sondern auch mit der Therapie und der Prävention, das heißt der Behandlung und der Vorbeugung von Sprachstörungen.
  • Sie will Menschen dabei unterstützen, ihre Sprachqualität zu verbessern. Es geht dabei um Probleme mit der Sprache, dem Sprechen, der Stimme und der Kommunikation.
  • Eine logopädische Therapie wird meist von einem Arzt verordnet. In der Regel finden Einzelsitzungen mit dem Logopäden statt.
  • Die Logopädie arbeitet mit Übungen, die das Sprechen verbessern. Dazu gehört die Artikulation, die Stimmgebung und der Sprechfluss.
  • Weiterhin nutzen Sprachtherapeuten Atemübungen. Sie verbessern das Kommunikationsverhalten ihrer Patienten außerdem durch Wortschatz- und Dialogtraining.


Das behandeln Logopäden

Logopädie ist ein recht großes Feld, dementsprechend vielfältig sind die Erkrankungen und Probleme, mit denen sich Logopäden befassen. Sie therapieren unter anderem:

  • Sprechstörungen: Wenn Menschen nur undeutlich reden können oder bestimmte Laute gar nicht aussprechen können, liegt eine Sprechstörung vor. Diese entsteht etwa durch Schwerhörigkeit oder durch einen Schlaganfall.
  • Dazu zählen auch Störungen des Redeflusses, wie zum Beispiel das Stottern, das sowohl Kinder als auch Erwachsene betreffen kann. Dabei werden einzelne Silben oder ganze Wörter ungewollt wiederholt.
  • Eine Artikulationsstörung liegt beispielsweise vor, wenn ein Kind lispelt. Bestimmte Buchstaben können bei dieser Störung nicht richtig ausgesprochen werden.
  • Sprachstörungen: Bei Sprachstörungen geht es um Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen oder um Probleme mit dem Wortschatz und der Grammatik der eigenen Sprache.
  • Sprachentwicklungsstörungen: Einige Kinder haben Schwierigkeiten, das Sprechen zu lernen und brauchen dazu sehr viel mehr Zeit als andere. Eine logopädische Therapie kann dabei helfen.
  • Stimmstörungen: Sie äußern sich durch Heiserkeit, eine raue Stimme und Stimmausfall. Die Gründe reichen von falscher Atmung über Entzündungen bis hin zu Tumoren.
  • Funktionsstörungen: Eine bekannte Fehlbildung im Gesichtsbereich ist die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Auch Gebissfehlstellungen oder Zungenfehlfunktionen bedürfen der Behandlung durch einen Logopäden.
  • Schluckstörungen: Sie entstehen zum Beispiel durch Schlaganfälle oder durch die Behandlung von Tumoren im Mund- und Halsbereich. Auch Säuglinge können durch Schluckstörungen Probleme beim Essen und Trinken haben.

Quelle: https://praxistipps.focus.de/was-ist-logopaedie-einfach-erklaert_113290

Vom deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie  gibt es eine
Homepage http://www.dbs-ev.de/betroffene-und-angehoerige/

Das Heidelberger Elterntraining ist das "state of the Art" Konzept zu Sprachförderung.
https://www.heidelberger-elterntraining.eu

Weitere Sprachfördertipps: - https://www.familienergo.de/fuer-eltern/sprachforderung-von-1-4
https://www.familienergo.de/files/pdf/14_Sprachfoerdertipps_Wie_man_mit_Kindern_reden_sollte.pdf

https://www.familienergo.de/fuer-eltern/sprachforderung-von-1-4#wie-kann-ich-foerdern

1.WORTSCHATZ 

9–18 Monate – um den Zeitpunkt der U6 

• Die meisten Kinder sprechen ihre ersten W.rter in einer Zeitspanne, die um oder einige Monate nach ihrem ersten Geburtstag liegt. 

• Monatelang bleibt es bei einigen wenigen Wörtern. 

17–25 Monate – bis zur U7 

• Zwischen 17 und 25 Monaten findet eine Beschleunigung des Wortschatzwachstums statt. 

• Bei vielen Kindern ist diese Beschleunigung graduell, bei  anderen plötzlich und rapide, um dann wieder abzuflachen, bei wieder anderen gibt es mehrere „sprunghafte Anstiege“ 

in der Wachstumskurve. 

• Unterschiedliche Wachstumskurven und eine unterschiedliche Größe des frühen Wortschatzes sind normal. 

• Bei den meisten Kindern besteht der anfängliche Wortschatz  überwiegend aus Substantiven und einigen „kleinen Wörtern“  – wie ab, auf, weg. Ein kleiner Teil von Kindern jedoch  gebraucht überwiegend „kleine Wörter“. 

• Verben und Adjektive kommen sp.ter hinzu. Bei Kindern, die  mit überwiegend „kleinen Wörtern“ in die Sprache einsteigen, wächst der Wortschatz in den ersten Monaten langsamer. 

• Ein- und Zweijährige machen gelegentliche Benennungsfehler  – Katze statt Hund, Mond für alle gelben, runden oder sichelförmigen  Objekte. Solche ‚Fehler‘ sind normal. Sie hängen mit  dem Aufbau der Begriffsbildung zusammen. 


• Der Wortschatz erweitert sich fortan. Die Wortschatzgröße  ist unterschiedlich und wird u. a. 

beeinflusst vom Umweltangebot in Form von Unterhaltungen mit Erwachsenen, den Themen  in Unterhaltungen und Erlebnissen mit Erwachsenen, Büchern und dem Bildungsstand 

der Familie.

2 GRAMMATIK

Der Erwerb von grammatischen Formen kann sich über eine lange Zeit hinziehen und mit vielen Fehlern behaftet sein. Daher muss zwischen dem anfänglichen Erwerb und dem Erreichen eines gewissen Grades von Korrektheit unterschieden wer- den. Es ist allgemein üblich, das Kriterium des 90-prozentigen korrekten Gebrauchs als Kriterium des vollen Erwerbs einer Form anzusetzen. Ist das erreicht, wird eine grammatische Form als ‚erworben‘ betrachtet. Hier werden zwei Altersspannen angegeben:

• Die Altersspanne, in der der Erwerb einer Form beginnt. Diese umfasst 80% der Kinder einer Altersgruppe, unter Ausschluss der 10% schnellsten und 10% langsamsten Kinder.

• Die Altersspanne, in der 90 % Korrektheit beim Gebrauch einer Form erreicht wird. Die Form gilt dann als erworben.

Für die einzelnen grammatischen Paradigmen werden einige Beispiele gegeben, die jedoch die Varianten der Form nicht vollständig widerspiegeln. Die aufgeführten grammatischen Paradigmen sind die wesentlichen einer grundlegenden Gram- matik.

Beginn einer Grammatik: 18–25 Monate

• Der Aufbau einer Grammatik beginnt mit ersten Wortkombi- nationen. Kinder bilden:

- Zweiwortsätze – Auto da, raus Katze, da einer
• und gebrauchen darin grammatische Formen – wie Artikel

oder Pronomen:
- vereinzelte Flexionen an Wörtern – Hund bellt - Artikel – ein Kater, der Baum, das Baby
- Adverbien – Hund da, mehr essen
- Pronomen – das mach, ich da, setze das

Quelle: 
https://www.bvkj-shop.de/media/attachment/file/s/p/sprachleitfaden_bvkj.pdf

Physiotherapie

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Definition Physiotherapie

Bei dem Begriff "Physiotherapie" handelt es sich um den Oberbegriff, der alle aktiven und passiven Therapieformen umfasst. Dies wird aus der Ausbildungszielbeschreibung des MPhG (§§ 3 u. 8) deutlich. Unter dem Oberbegriff  Physiotherapie findet sich daher einerseits die Krankengymnastik*, die dem Physiotherapeuten vorbehalten ist sowie andererseits die physikalische Therapie, also das Berufsfeld, in dem Physiotherapeuten und Masseure gleichberechtigt nebeneinander tätig werden. Die physikalische Therapie ihrerseits untergliedert sich in die Bereiche Massagen, Elektrotherapie, Hydrotherapie sowie Thermotherapie.

Physiotherapie (engl. physiotherapy) umfasst die physiotherapeutischen Verfahren der Bewegungstherapie (engl. kinesitherapy; therapeutic exercises) sowie die physikalische Therapie (physical therapy). Physiotherapie nutzt als natürliches Heilverfahren die passive - z.B. durch den Therapeuten geführte - und die aktive, selbstständig ausgeführte Bewegung des Menschen sowie den Einsatz physikalischer Maßnahmen zur Heilung und Vorbeugung von Erkrankungen. Physiotherapie findet Anwendung in vielfältigen Bereichen von Prävention, Therapie und Rehabilitation sowohl in der ambulanten Versorgung als auch in teilstationären und stationären Einrichtungen. Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Therapie.

*Der Begriff „Krankengymnastik“ wird den modernen Anforderungen physiotherapeutischer Verfahren inzwischen nicht mehr gerecht, weil nicht nur „Kranke“ die Leistungen in Anspruch nehmen und „Gymnastik“ als Leibes- und Körperübung die verwendete Methodenvielfalt sehr einschränken würde.

Inzwischen hat sich das Berufsfeld weiterentwickelt, das erweiterte Verständnis lässt sich in der Bewegungstherapie zum Ausdruck bringen. Bewegungstherapie bildet die Hauptaufgabe der Physiotherapie. Sie ist ein dynamischer Prozess, der sich an die Steigerung der Belastbarkeit im Verlauf des Heilungsprozesses anpasst.

Unter dieser Homepage können Sie auch mehr zu den verschiedenen Richtungen der Physiotherapie finden.

Quelle: https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/physiotherapie/definition.html


Früherkennung und Impfung

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Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader

Gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren haben Anspruch auf eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Masern-Schutzimpfung auch für Erwachsene wichtig

Die Masern treten in Deutschland wieder verstärkt auf: Um sie zu besiegen, müssen vor allem Impflücken – besonders auch bei Jugendlichen und Erwachsenen – geschlossen werden.

Übersicht Früherkennungsuntersuchungen

Es gibt viele Früherkennungsuntersuchungen, für die die Kassen die Kosten übernehmen. Lesen Sie welche das sind und was bei denen gemacht wird.

Impfen: Ein Pikser kann viel verhindern

Neben einem Flyer mit Erläuterungen zu den Krankheiten, gegen die man sich impfen lassen kann, finden Sie hier auch ausführliche Informationen zur Grippeschutzimpfung, zu Reiseschutzimpfungen und zur Masernimpfung.

Hautkrebs-Früherkennung

Ab dem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Hautkrebs-Check bei einem Hautarzt oder dafür qualifizierten Hausarzt.

Der Check-up

Beim Check-up geht es darum, häufig auftretende Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen bzw. deren Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Kinder und Jugendliche: U1 bis J1

Jedes gesetzlich versicherte Kind hat Anspruch auf derzeit zehn Vorsorgeuntersuchungen.

Darmkrebsfrüherkennung

Darmkrebs ist fast immer heilbar, wenn er früh erkannt wird. Welche Angebote zur Früherkennung es gibt und ab welchem Alter die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen, lesen Sie hier.

Mammographie-Screening

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebskrankheit bei Frauen. Internationale Studien haben gezeigt: Das sogenannte Mammographie-Screening kann die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken.

Prostatakrebs - Früherkennung

Wir möchten Sie bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme an Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs unterstützen. Dafür haben wir aktuelles Wissen aus einer Leitlinie zusammengestellt.

LINK-TIPP

Hautkrebs-Früherkennung

WEITERE INFOS


Medizinische Übersetzungen

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Frau Dr. Victoria Rotering übersetzt ehrenamtlich bei "Was hab ich?"
Dies ist eine Plattform, auf der Ihre medizinischen Befunde und Diagnosen in verständliche Sprache "übersetzt" werden. Mehr dazu erfahren Sie unten.

Und hier finden Sie die Webseite:
https://washabich.de/einsenden

Medizinische Fachsprache begegnet Patienten im Befund oder Entlassbrief des Krankenhauses, auf einem Rezept oder beim Gespräch mit der Ärztin. Beatrice Brülke hilft Patienten, medizinische Fachsprache zu verstehen. Sie ist für die Online-Plattform „Was hab‘ ich“ tätig, auf der Mediziner ehrenamtlich Befunde übersetzen.

Problem: Briefe nicht für Patienten gedacht

Patienten können dort ihre Befunde einreichen und bekommen diese in allgemeinverständliche Sprache übersetzt. Das kann je nach Befund einige Stunden dauern und ist kostenfrei. Mit rund 48.000 Untersuchungsergebnissen hat sich das Team um Beatrice Brülke in den vergangenen zehn Jahren befasst. Brülke kennt den Grund für die meist wenig patientenfreundliche Sprache in den Schriftsätzen der Mediziner: „Der Befund oder der Entlassungsbrief sind eigentlich nicht für den Patienten, sondern für den weiterbehandelnden Arzt gedacht. Deshalb finden sich dort so viele Abkürzungen und Fachausdrücke.“ Weil man aber sonst kaum schriftliche Dokumente beim Arzt bekommt, möchten viele Patienten den Befund gerne lesen – und verstehen.

Denn manchmal sei der Patient so aufgeregt, dass er dem Arzt beim Termin nicht richtig folgen könne, sagt Ralf Suhr, Arzt und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen. „Studien zur Arzt-Patienten-Kommunikation zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Informationen, die der Arzt an den Patienten weitergibt, wieder vergessen werden“, so Suhr. Zumal es den Medizinern eben auch nicht immer gelinge, auf Fachsprache zu verzichten oder diese zu erklären.


Systemische Therapie

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Was heißt systemisch?
Grundsätzliches zum systemischen Arbeiten von Wilhelm Rotthaus:
Die systemische Psychotherapie, die systemische Beratung und die systemische Supervision bauen auf modernen Konzepten systemtheoretischer Wissenschaft auf, die mittlerweile Eingang in alle Disziplinen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften gefunden haben. Sie ermöglichen es, komplexe Phänomene, die menschliches Leben und Zusammenleben charakterisieren, komplexitätsgerecht aufzufassen und eine passende Methodik zu ihrer Behandlung zu entwickeln. Nach systemischem Verständnis ist der Mensch immer zugleich als biologisches und als soziales Wesen zu betrachten.
Die systemische Perspektive rückt deshalb die dynamische Wechselwirkung zwischen den biologischen und psychischen Eigenschaften einerseits und den sozialen Bedingungen des Lebens andererseits ins Zentrum der Betrachtung, um das Individuum und seine psychischen Störungen angemessen verstehen zu können. Die systemische Therapie und Familientherapie verfügen über eine eigene klinische Theorie und Methodologie zur Erklärung und Behandlung psychischer Störungen. Psychische Krankheiten werden als Störung der Systemumweltpassung definiert. Individuelle Symptome werden als Ergebnis von krankheitserzeugenden und -aufrechterhaltenden Beziehungsmustern im Kontext der wichtigen Bezugspersonen gesehen. Diese Personen werden deshalb nach Möglichkeit in den therapeutischen Prozess mit einbezogen. Es stehen aber auch geeignete Methoden für die Durchführung von systemischer Einzeltherapie und systemischer Paartherapie zur Verfügung.
Grundlage für die systemische Praxis ist die Kooperation zwischen Hilfesuchendem und Helfer. Zentrales Arbeitsmittel ist der öffnende Dialog. Dem Klienten gegenüber bemüht sich der Therapeut, Berater oder Supervisor um eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Handlungs- und Lebensstrategien.
(Wilhelm Rotthaus / DGSF)

Weitere Artikel zum systemischen Arbeiten:
Was heißt systemisch noch?
Von der Familientherapie zur Systemtherapie - Ein kurzer historischer Überblick
Systemische Einzeltherapie
Familientherapie - Systemische Therapie
Familienberatung - Systemische Beratung
Systemisches Coaching
Systemische Organisationsberatung und -entwicklung
Systemische Supervision
Systemische Familienmedizin
Essentials Systemischer Therapie (DGSF & SG, April 2013)
Familientherapie und Systemische Praxis
Grundlegende Fakten zum therapeutischen Ansatz für Entscheidungsträger aus Politik und Gesundheitsversorgung sowie für Kunden/Patienten zusammengestellt von einer Arbeitsgruppe des europäischen Familientherapieverbandes EFTA
www.systemisch.info
Zahlreiche Fachartikel zum systemischen Arbeiten im DGSF-Wissensportal
Stellungnahme der DGSF zum Thema Familienaufstellungen (2/2003)
Qualitätssicherung für die Aufstellungsleitung

Quelle: https://www.dgsf.org/service/was-heisst-systemisch

Psychotherapie

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Grundsätze
1.Es geht um Behandlung mit psychologischen Mitteln (letztlich über Kommunikation) – womit eine klare Abgrenzung gegenüber typischen medizinischen Mitteln wie dem Einsatz von Medikamenten, Apparaten und operativen Techniken vorgenommen wird.
2. Betont wird dabei die Professionalität: Es geht um bewußte und geplante Vorgehensweisen, die sowohl lehr- und lernbar sein als auch auf Theorien des normalen und pathologischen Verhaltens basieren sollen; zufällige Spontan-Heilungen, hilfreiche Ratschläge von Nachbarn, heilende Zuwendung von Freunden, Vorgehensweisen “begnadeter” (aber unausgebildeter und nicht theoretisch begründete) Heiler werden in ihrer möglichen Wirkung nicht geleugnet, gelten aber nicht als Psychotherapeuten.
3. Als wichtig wird auch der Konsens erachtet (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe); dieser soll sowohl hinsichtlich der Behandlungsbedürftigkeit als auch über die Therapieziele (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) herbeigeführt werden.
4. Letztlich wird die Bedeutung einer tragfähigen emotionalen Bindung zwischen Patient und Therapeut hervorgehoben.
Trotz dieser weitgehend geteilten Teilkomponenten von Psychotherapie sind die Vorstellungen über deren Ziele, über die Methoden (einschließlich deren theoretischer Fundierungen und Anbindungen an Menschenbilder) sowie Fragen der Behandlungsbedürftigkeit (und -notwendigkeit im Sinne einer Kassenfinanzierung) weiterhin überaus strittig und unterliegen auch gesellschaftlichen Wandlungen: Ende der 70er Jahre wurde durch das DSM III – ein international verwendetes diagnostisches Klassifikationssystem – die Homosexualität aus dem Katalog “sexueller Störungen” gestrichen – mit einem Schlage waren somit Millionen Menschen “störungsfrei”, “gesund” und nicht mehr behandlungsbedürftig. Dies belegt die enge Verzahnung von Psychotherapie mit gesellschaftlichen Definitions-Prozessen.

Wurzeln und Entwicklung
Historisch gesehen wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts zunächst die Psychoanalyse aufgrund der bahnbrechenden Arbeiten von Sigmund Freud entwickelt. Aus der Psychoanalyse herausdifferenzierten Teilrichtungen, die insgesamt als Tiefenpsychologische Psychotherapie zusammengefaßt werden, haben sich nach dem 2. Weltkrieg zunehmend drei weitere Richtungs-Cluster gebildet:
– Verhaltenstherapie, die wesentlich auf den Erkenntnissen der empirischen Psychologie über Lernvorgänge beruht und daher neben dem Aspekt des Verhaltens in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch die psychologischen Forschungsergebnisse über kognitive und emotionale Vorgänge berücksichtigt;
– Humanistische Psychotherapie, die besonders Prozesse der Selbstregulation auf körperlicher, psychischer und interaktionaler Ebene ins Zentrum stellt, und daher neben “Wachstum”, “Entfaltung” und “Autonomie” auch die Therapeut-Klient-Beziehung (oft mit ihrer “Begegnungs”-Qualität) sowie die Bedürfnisse des Menschen nach Sinn und Verständnis, nach stimmiger Vergangenheit und möglichen Zukunftsentwürfen, für wesentlich hält;
– Familien- bzw. Systemische Therapie, in der besonders interaktionelle Muster, kommunikative Wirklichkeiten, zirkuläre Prozesse und sprachliche Bedeutungszuschreibungen sowie funktionale Aspekte von Symptomen in diesem Interaktionsgeflecht berücksichtigt werden. 
Selbstverständlich sind die genannten Aspekte der vier Richtungen (besser: Richtungs-Cluster) nur als spezifische Schwerpunktsetzungen zu verstehen – werden somit auch in den jeweils anderen Richtungen mehr oder minder berücksichtigt. 

Tiefenpsychologische Ansätze
Die klassische Psychoanalyse nach Freud, mit hochfrequenter und langdauernder Behandlung, bei welcher der Patient auf der Couch liegt, alle Einfälle äußert (“freie Assoziation”) und diese vom hinter ihm sitzenden Therapeuten gedeutet werden, wird heute zunehmend seltener. Hingegen gewinnen tiefenpsychologische Ansätze zunehmende Bedeutung, die kürzere Dauer und stärkere Fokussierung auf störungsspezifische und akute Aspekte aufweisen, auch wenn sie auf Theorie und Techniken aus der Psychoanalyse basieren. Neurotische Entwicklungen (Neurose) werden dabei als Konflikte zwischen Instanzen des Strukturmodells der Persönlichkeit (Freud ab 1920) gesehen – zwischen dem triebhaften Es, dem Gewissen und kulturelle Normen repräsentierenden Über-Ich und dem Ich, das zwischen beiden realitätsangepaßt vermitteln muß. Schwere Verletzungen der psychischen Integrität werden ins Unbewußte verdrängt und setzen der Aufdeckung durch den Analytiker Widerstand entgegen. Da sich der Therapeut mit dem Ich verbünden muß, war nach Freud zunächst Therapie mit psychotischen (Ich-schwachen) Patienten kontraindiziert; in den letzten Jahrzehnten wurden aber auch für diese Patienten Behandlungskonzepte auf der Basis tiefenpsychologischer Ansätze entwickelt.

Verhaltenstherapie
Kernthese ist, daß als pathologisch beurteiltes wie auch “normales” Verhalten wesentlich auf Lernvorgängen beruht, die seit jeher zentraler Gegenstand psychologischer Forschung sind. In den 50er Jahren wurden daher bereits Jahrzehnte zuvor in der Experimentellen Psychologie entwickelte Konzepte der klassischen und der operanten Konditionierung in Behandlungskonzepte umgesetzt: Erstere ermöglicht über Gegenkonditionierung oder Desensibilisierung, die gelernte Verbindung von natürlichem mit konditioniertem Reiz z.B. bei Angstreaktionen (oder anderen, vorzugsweise emotionellen, physiologischen Reaktionen) zu verändern, da z.B. Entspannung und Angst inkompatibel sind. In diesem Zusammenhang hat die Verhaltenstherapie auch wirksame und gut lernbare Entspannungsverfahren entwickelt. Operante Verfahren bauen über Verstärker neue erwünschte Verhaltensweisen auf (auch im Rahmen des Trainings sozialer Kompetenz) oder versuchen über Reizkontrolle die Verstärker für unerwünschte Verhaltensweisen auszuschalten. Neben einer Erweiterung um das Modellernen wurden zunehmend auch Komponenten wie Affekte, Vorstellungen und Denkvorgänge in die Verhaltenstherapie einbezogen (sog. “kognitive Wende”). In jedem Fall ist eine sorgfältige Analyse der funktionalen Bedingungen des Verhaltens sowie der erwünschten und realistisch zu erreichenden Ziele wichtiger Bestandteil der Verhaltenstherapie. Durch diese Zielorientierung ist eine Evaluationdes Erfolgs besonders leicht und gängige Praxis – weshalb diese Therapierichtung für akademische Forschung (und Karrieremuster, z.B. wegen klarer Designs und guter Publizierbarkeit) hervorragend geeignet ist.

Humanistische Therapieansätze
Neben den tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen etablierten sich Humanistische Therapieansätze gezielt als “dritte Kraft”. Wesentliches Motiv war, auf der Basis eines Menschenbildes zu arbeiten, das Patienten weniger durch bio-physiologische Triebe noch durch Reiz-Reaktions-Ketten bestimmt sieht, sondern eher als ganzheitliche Wesen wahrnimmt, die durch Ziel- und Sinnorientierung, Entfaltung eines Selbst, Autonomie und soziale Interdependenz, schöpferisch-kreative Potentiale und vielfach auch transzendente Sehnsüchte ausgezeichnet sind. Zentrale Ansätze sind C. Rogers Klientzentrierte Psychotherapie (Gesprächspsychotherapie) sowie die auf F. und L. Perls sowie andere zurückgehende Gestalttherapie. Aber auch Psychodrama (Begründer: Moreno), Daseinsanalyse, Existenzanalyse und Logotherapie (V. Frankl) lassen sich ebensogut dieser Richtung zuordnen, wie z.B. der familientherapeutische Ansatz V. Satirs. Aus heutiger Sicht haben inzwischen einerseits die anderen Therapierichtungen von diesem Ansatz profitiert (z.B. die Anerkennung der großen Bedeutung der Patient-Therapeut-Beziehung – auch jenseits des Aspekts der Übertragung), andererseits haben sich die Humanistischen Therapieansätze für tiefenpsychologische Entwicklungsmodelle und lerntheoretische Erklärungen und Techniken geöffnet.

Familien- und Systemtherapien
Diese vierte große Klasse hat sich historisch durch ein besonderes Setting herauskristallisiert: In den 50er Jahren begannen Therapeuten an verschiedenen Orten in den USA zunehmend die Familien von Patienten in die Behandlung mit einzubeziehen. Schwerpunkt lag zunächst bei jugendlichen psychotischen Patienten (die von den anderen Therapieansätzen zu jener Zeit wenig profitieren konnten). Hier zeigte sich, daß bei diesen (und anderen Patienten) die Symptome in besonderem Maße mit den familiären Interaktionsstrukturen verbunden waren. Zunächst formulierte “ursächliche” Zusammenhänge – z.B. eine “schizophrenogene” Mutter – wurden aber inzwischen fallen gelassen, da sie weder theoretisch haltbar noch pragmatisch sinnvoll sind (es läßt sich schwer jemand für die Zusammenarbeit gewinnen, dem man die “Schuld” zuschreibt). Durch Konzentrierung auf unterschiedliche Aspekte und Vorgehensweisen entstanden zunächst die zentralen Richtungen der Familientherapie
a) psychoanalytische Familientherapie, bei der die Konzepte der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie auf den Umgang mit Familien erweitert wurden,
b) strukturelle Familientherapie, die sich an normativen Konzepten einer gut funktionierenden Familie orientiert, z.B. klare Grenzen zwischen Eltern und Kindern, möglichst keine “Koalitionen” zwischen Eltern-Kind gegen andere,
c) entwicklungsorientierte Familientherapie, die entsprechend den Vorstellungen humanistischer Psychotherapie Wachstum, Kreativität und Flexibi5ität der Einzelnen und des Miteinanders ins Zentrum stellt und dabei auch individuellen Aspekte, wie dem Selbstwert der Beteiligten, besondere Aufmerksamkeit widmet,
d) strategische Familientherapie, die besonders die Veränderung der Interaktionsregeln beachtet und mit spezifischen Techniken bekannt wurde wie paradoxe Intervention (= Symptomverschreibung), zirkuläre Fragen (wo jeder über seine Wahrnehmung von Beziehungsaspekten zwischen anderen befragt wird), sowie dem typischen Setting von Therapeuten-Teams, die teils vor, teils hinter einer Spiegelwand intervenieren.
Neben der Entwicklung einer blühenden Praxeologie mit einem großen Spektrum an Interventionstechniken wurde zunehmend deutlicher, daß vor allem die (in Sprache faßbaren) Vorstellungen und Geschichten (sog. “Narrationen”) der Personen das interaktive Regelwerk bestimmen. Gemeinsame und unterschiedliche Vorstellungen darüber, was “krank”, “gesund”, “richtig”, “falsch”, “gut” oder “böse” ist, was die Symptome und Handlungen “bedeuten”, welche Leitideen von “Veränderung” und “Heilung”, von “Scheitern” oder “Schuld” existieren, sind wesentlich. Das Familien-System muß daher nicht unbedingt durch die realen Personen im Therapieraum verkörpert werden, sondern wird durch diese Narrationen repräsentiert – weshalb auch “Familientherapie” ggf. nur mit einem Familienmitglied möglich ist. Das Setting “Familie” wurde somit zunehmend durch die systemische Betrachtungsweise in der Bedeutsamkeit abgelöst (und analog zum “Familiensystem” lassen sich Probleme mit dem System Arbeitsplatz, Verein etc. angehen).


Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/psychotherapie/12210


Arztpraxis Dres. Rotering
Dr. med. Reinhild Rotering · Tel.: 02564 / 34340 und 34341 · 
Dr. med. Franz Rotering · Tel.: 02564 / 93630 und 93631